Was ist eine Regiopole?

In den vergangenen Jahren hat die Kooperation von Kommunen und insbesondere von Städten untereinander und mit den sie umgebenden Gemeinden in Raumforschung und Politik einen immer stärkeren Stellenwert erhalten. Hierzu gab es auch verschiedene Ansätze in der Planungsregion Mittelrhein-Westerwald. Die öffentliche Diskussion beschäftigt sich zunehmend mit dem Thema Regiopole, welches auf bundesdeutscher Ebene zur Bildung eines Netzwerkes und zur Aufnahme in die Leitbilder der Ministerkonferenz für Raumordnung geführt hat.

Die „Regiopolkonzepte“ gehen zurück auf eine Veröffentlichung von Aring und Reuther aus dem Jahr 2008. Der Begriff der Regiopole wird abgeleitet vom Begriff der Metropole. Mit dem Ansatz der Regiopole lasse sich demnach der Modernisierungs- und Verflechtungsauftrag der Metropolen in die Zwischenräume der Metropolregionen hineintragen. Dabei seien eine Qualifizierung nach innen und eine Profilierung nach außen erforderlich.

Aring und Reuther beschreiben eine Regiopole als kleinere Großstadt außerhalb von Metropolregionen, die aufgrund ihrer Potenziale nicht nur ein regionales Versorgungszentrum, sondern einen besonderen Ort für die Bewältigung der Herausforderungen von Globalisierung und Wissensgesellschaft darstellt. Den Regiopolen wird eine regionsprägende Rolle zugesprochen, sie beschränkt sich nicht auf die Kernstadt, sondern umfasst eine Stadtregion mit variablem Territorium, abhängig von funktionalem Zusammenhang und den Aktionsräumen politischer, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure.

Das Konzept einer Regiopole beschreiben Aring und Reuther als perspektivisches Rahmenkonzept, welches Projektarbeit in einer räumlich variablen Geometrie zusammenhält. Es ist die Idee einer stadtzentrierten Netzwerkregion mit unterschiedlichen Handlungsebenen, variablen Zuschnitten, dem Ausnutzen von regionalen Unterschieden als Basis für eine strategische Regionsbildung.

Die Regiopole soll nach Aring und Reuther nicht in Konkurrenz zu bestehenden territorialen administrativen Strukturen, sondern hiervon losgelöst übergreifend bestehen, sie ersetzen keine bestehenden Strukturen.

Regiopole stellen demnach "großräumige Verantwortungsgemeinschaften" dar. Dabei sollen sie Plattformen für "regional governance" und interregionale Kooperationen bilden. Sie sind zunächst äußerst weiche Kooperationsformen, aus denen heraus Anreize und Sanktionsmöglichkeiten auf regionalem Maßstab entwickelt werden müssten.